Als das Lager in Idomeni Ende Mai aufgelöst wurde, wurden tausende UNHCR-Decken einfach entsorgt. Es gab bei den Organisationen kein Budget für Reinigungen. „Wir lassen einige reinigen und machen daraus schicke Jacken“, beschlossen die Mitglieder der Werkstatt für Flüchtlinge mit dem Namen NAOMI in Thessaloniki. Sonja, die Schnittmuster-Direktrice entwickelte vier Modelle. Elke, die Textilingenieurin, zauberte die ersten Exemplare. Das Label: remember Idomeni by NAOMI.
Seit vier Jahren organisiert das NAOMI-Team Nähgruppen für Flüchtlinge. Da AsylbewerberInnen, die jahrelang auf einen Bescheid warten müssen, keine Grundversorgung, wurde dieses Angebot gern angenommen. Nähen oder Änderungen vornehmen spart Geld.
In den letzten Monaten kommen Profi-SchneiderInnen aus Syrien hinzu. Hassan holen sie aus einem Camp, er betrieb mit seinen jungen Jahren eine Fabrik für elegante Damenkleider in Damaskus. Er brennt darauf, tätig zu werden. Und mit ihm andere. Die Produkte findet man auf der Website und kann sie gegen eine Spende erwerben.
NAOMI will SchneiderInnen vorbereiten auf ein Arbeiten in Europa. Auch Griechenland war einst ein Textilland. Das Gebäude, in dem NAOMI mit anderen NGOs zu finden ist, war einst ein Fabrikgebäude mit Textilfirmen. Nun rattern hier wieder Industrie-Maschinen. Die Integration von Geflüchteten und Migrant*innen sehen die NAOMI- Mitglieder als Herausforderung und Chance für Griechenland. Dazu müssen jedoch schnell umfassendere Fördermaßnahmen entwickelt werden.
Infos: http://naomi-thessaloniki.net/Produkte/

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