von Winfried Wolf

Dass das Königeich Saudi Arabien im Jemen einen Krieg führt, dabei gnadenlos gegen die Bewegung der Huthis vorgeht und Städte und Dörfer in Schutt und Asche legt, ist hierzulande wenig bekannt. Dass dies mit Deutschland zu tun hat, dürfte dann völlig unbekannt sein. Nun deckten italienische Kriegsgegner und das irische Internetportal reported.ly auf: Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall produziert bei seiner italienischen Tochter RWM Italia und dort in deren Zweigwerk in Domusnovas auf Sardinien die Hauptbestandteile für Bomben vom Typ MK82 und MK84. Diese werden dann nach Abu Dhabi zum Unternehmen Burkan Munitions Systems gebracht, eine Firma, die eng mit Rheinmetall verbunden ist. Dort werden die Bomben zusammengesetzt, dem Militär der Saudis übergeben, das wiederum die Bomben im Jemen in großem Umfang einsetzt.
Die Rheinmetall-Bomben-Exporte aus Italien hatten allein in den Jahren 2012 bis 2014 einen Wert in Höhe von 100 Millionen Euro, was rund 5000 Bomben entspricht. Die Exporte wurden zumindest teilweise von den italienischen Behörden genehmigt – was heißt, dass Rüstungsexporte in ein Kriegsgebiet genehmigt wurden.
Rheinmetall konnte 2014 und 2015 seine Gewinne massiv steigern. 2016 gab es in den ersten neun Monaten nochmals ein Profit-Plus von 55 Prozent. Darüber sind die Aktionäre – darunter der Versicherer Allianz – hocherfreut.
Der Rheinmetall-Kurs auf Profit-mit-Krieg wird fortgesetzt. Im August 2016, wenige Wochen nach dem kalten Staatsstreich Erdogans, verkündete Rheinmetall, die Bildung eines deutsch-malaysisch-türkischen Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in der Türkei, das sich auf den „Bau und die Vermarktung gepanzerter Rheinmetall- Fahrzeuge auf Rädern und Ketten“ konzentrieren werde. Es gilt: Bei jeder Schweinerei, ist Rheinmetall dabei.
Infos nach: Welt vom 5.8.2016; www.reported.ly/2015/06/24/blood-money-italy-bomb-yemen und www.ansa.it/sardegna/notizie/2016/10/29/pacifisti-stop-bombe-in-sardegna

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