Mag Wompel in: FaktenCheck:HELLAS Nr. 2, Mai 2015

VIOME ist eine Fabrik in Thessaloniki, die Baustoffe herstellte und im Mai 2011 von ihren Besitzern verlassen wurde. Die zweiundzwanzig Arbeiterinnen und Arbeiter, die über ein Jahr lang ohne Lohn waren, haben sie in der Folge besetzt. Nachdem Interventionen bei den Ministerien erfolglos geblieben sind, haben sie beschlossen, die Fabrik in Selbstverwaltung unter Arbeiterkontrolle weiterzuführen – und von nun an Bioputzmittel herzustellen.

Aktuell steht der Kampf um VIOME wieder einmal an einem Wendepunkt. Die Ex-Eigentümer haben sich mit dem neuen Administrator zusammengetan, um den Betrieb zu liquidieren. Am 23. März hat ein wichtiges Gerichtsverfahren begonnen, bei dem es um die Zukunft des Kampfes bei VIOME geht. Die Beschäftigten sind entschlossen, unabhängig vom Urteil, in der Fabrik zu bleiben.

In einer Solidaritätserklärung heißt es: „Ihr habt bewiesen, dass es nicht zu Ende ist, wenn der Eigentümer nicht mehr will und die Beschäftigten nach Hause schickt. Ihr habt gezeigt, dass es eine Alternative zu Entlassungen, Betriebsschließungen und Arbeitslosigkeit gibt: Wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter ihr Leben in die eigenen Hände nehmen, brauchen sie keine Chefs, um die Produktion zu organisieren. Das ist der Ausweg aus der Krise der kapitalistischen Ausbeutung. Ihre Krise ist unsere Chance! Schaffen wir zwei, drei, viele Vio.Me!”

Solidarität kann aber auch von Deutschland ganz praktisch geübt werden: Durch Spenden oder den Kauf der biologischen Seifen. Jedes Stück Seife steht als Symbol für eine künftige Art von Produktion und Austausch, die der ganzen Gesellschaft dient, ohne Ausbeutung und ohne Chefs. Es ist diese Botschaft, die mit dem Vertrieb der Seifen von VIOME verbreitet wird.

Siehe zum Hintergrund und den Bezugsquellen das Dossier im LabourNet Germany:
Internationales » Griechenland » Arbeitskämpfe » Dossier: If they can’t do it, we can – Selbstverwaltung bei Viomihaniki Metalleutiki

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