Weniger als ein Jahr nach ihrem Wahlsieg wird die konservative Partei »Recht und Ordnung» (PiS) von einer massiven Protestbewegung gegen ihre reaktionäre Politik heraus gefordert. Am 3. Oktober waren Frauen zum «Streik» aufgerufen gegen eine Gesetzesvorlage zum uneingeschränkten Abtreibungsverbot. 140.000 Frauen gingen auf die Straße. Die meisten Frauen nahmen sich dafür einen Tag Urlaub. Die das nicht konnten, kleideten sich schwarz. Als «schwarzer Protest » wird die Bewegung auch bezeichnet.
Diese Bewegung beeindruckt durch ihre Spontaneität. Entscheidungen werden in sozialen Foren diskutiert und entschieden. Eine neue Schicht junger Menschen nimmt an diesem Kampf teil.
Seit dem Streiktag haben weitere Aktionen stattgefunden. Am 24. Oktober gab es einen weiteren Aktionstag. Der Gesetzesentwurf musste zurückgezogen werden. Der «Schwarze Protest» hat das enorme Potenzial des Kampfs für das Recht auf Abtreibung gezeigt.

Tiphaine Soyez, Aktivistin des « Schwarzen Protests » in Krakau

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